11/22/2008

Fernsehkritik

"Banal, voraussehbar" versus "Zu kompliziert, unglaubwürdig", lese ich in einer Programmzeitschrift. Gehen wir von einem System aus, so stellt sich die Frage, um welchen Wert es geht. Ist Wahrscheinlichkeit das Ideal dieser Kritik? Also funktioniert das nach dem Prinzip einer erträglichen Komplexität, die sich plausiblel auflöst. Etwas Chaos schon, aber keine wilden Konstruktionen. Nun wird schnell klar, dass diese Kritik nicht weit reicht, wenn wir ernst nehmen. Denn die große klassische Chaos-Erzählung "Odyssee" ist unwahrscheinlich. Unzählige Liebesgeschichten von literarischer Qualität und ohne diese sind voraussehbar bis simpel. Ohnehin gibt es nur eine begrenzte Zahl von narrativen Grundtypen. Somit hilft uns das Schema der Fernseh-Programmzeitschrift nicht sehr viel weiter und doch werden wir das Gefühl nicht los, dass solche Kriterien nicht völlig illegitim sind. Müssen wir die Erzähltypen auf emotionale Verhältnisse beziehen, um eine bestimmte Relation als qualitativ akzeptabel ansehen zu können? Oder sind Plot-Beschreibungen als Ausgang einer litarischen, cineastischen Kritik nicht völliger Unsinn? So bleibt das Problem, dass Kritik zwar von Werten handelt, aber selbst zu oft völlig wertlos ist.

11/08/2008

Swamp Blues

Swamp Blues
Goedart Palm 05.11.2008
Zur parareligiösen Hoffnung der Demokraten aller Parteien
Die US-Politik folgt seit einigen Jahren dem Skript eines Philip K. Dick-Romans. Am Anfang erscheint alles relativ normal. Dann poppen plötzlich die Zerrfratzen einer unerträglichen Traumwelt auf, um den Glauben an die Wirklichkeit gründlich zu zerstören. Schließlich ist alles wieder normal, doch längst wissen wir nicht mehr, ob wir wieder in der Wirklichkeit angekommen sind. >>

10/23/2008

Elke Heidenreich Ende einer Liasion

Das ZDF beendet die Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich, nachdem diese sich in der Nachfolge von MRR auch über das Niveau des Fernsehens, konkret des ZDF, erregt hatte.
Das Problem liegt doch schon länger in der Selbstgefälligkeit von Moralisten, die selbst dem Medium abzwecken, was abzuzwecken ist und dabei moralisch integer sein wollen. Das Problem liegt ebenso darin, ein Medium, das man selbst bedient, nicht zu erkennen und weder Enzensbergers noch Postmans Fernsehkritiken je in den Köpfen angekommen sind. Die Sendung von Frau Heidenreich kann man so gut oder schlecht wie irgendetwas in diesem Medium verschmerzen. Dass Deutsche aus "Nichts" eine gleichermaßen gravitätische wie blecherne Moralangelegenheit machen, bestätigt unsere besten Vorurteile. Mir wird der Verlust nicht auffallen, Literatur als Häppchen-Angebot ist wenig aufregend. Erheblich interessanter sind die Selbstüberschätzungen des Kulturbetriebs, die auf Explosionen hoffen, während doch Implosionen so viel wahrscheinlicher sind.

9/05/2008

Materialismus und Gefühl - Paul Henri Thiry Baron d'Holbach

Liest man das Système de la nature (1770) von Paul Henri Thiry Baron d'Holbach und vergleicht das mit Manon Lescaut oder ähnlich emotional aufgeladenen Werken, wird in der Beschreibung der Gefühle schnell klar, dass jedenfalls auf einer semantischen Ebene der blanke Materialismus herrscht. Das Gefühl lässt sich nicht ausdrücken, also wird es semantisch als Gefühl gekennzeichnet. Es ist durchaus verständlich, warum das funktioniert: Wir verbinden mit dem Begriff eines Gefühls so viele Projektionen, dass der Autor schon gewonnen hat.

8/30/2008

Armer, armer Babelfish

Ihr Fonds wird jetzt mit einem Finanzfirmenversicherungsnehmer in Ihrem Namen abgelegt. Deshalb wird kein Abzug überhaupt erlaubt, um von Ihrem Fonds gemacht zu werden. Wie man erwartet, berichten Sie dem Ausschuss, wenn das durchgebrochen wird. Wegen Mischung und verwechseln von einigen Zahlen und Namen, fragen wir, dass Sie diesen Preis von der Bekanntheit abhalten, bis Ihr Anspruch bearbeitet worden ist und Ihr Geld zu Ihrem nominierten Bank Konto erlassen worden, weil das ein Teil unseres Sicherheitsprotokolls ist, doppelte Behauptung oder das unberechtigte Ausnutzen dieses Programms durch Teilnehmer zu vermeiden.

Völkerverständigung bleibt also ein Problem. Aber doch gut,dass kein Abzug erlaubt ist. Man fühlt sich einfach sicher im Netz.

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