9/12/2012

Von welchem Ort ist die Rede?

Ein Traum: Eine weitläufige Bibliothek, darinnen nur Bücher von Gertrud Höhler und Bettina Wulff. Wie würdet ihr diesen Ort nennen?

Goedart Palm

9/10/2012

Eigensinniger Beethoven?

„Wahre Kunst ist eigensinnig, läßt sich nicht in schmeichelnde Formen zwängen.“ Das ist höchst zweifelhaft, wenn die Aussage historisch dialektisch betrachtet wird. Ist nicht gerade Beethoven so entschärft worden, wie er sich das sicher nicht hat träumen lassen? Sponsoring könnte bereits als Antidot gegen Eigensinn gelten.

Beethovens Immunisierung gegen seine Vereinnahmung in den Wiener Betrieb kann selbstredend nicht unreflektiert auf den Kulturbetrieb der Bundesrepublik Deutschland bezogen werden, auch nicht auf das Beethovenfest in Bonn. Die Frage, die sich Beethoven eher nicht vorlegen lassen musste, ist längst die, ob Kunst heute überhaupt noch eigensinnig ist. Eigensinn ist in der Politik und der Pädagogik eine vorzügliche Kategorie der Erkenntnis geblieben, in der Kunst ist der Eigensinn zur Pose verkommen. Beethoven kannte das Authentizitätsgerede nicht, das sich in das System Kunst bis hin zu dessen völliger Folgenlosigkeit einnistete. Die Wichtigtuerei, die den Betrieb heute kennzeichnet, kann Beethoven nicht gemeint haben. Zu reflektieren wäre über die Frage, was denn mit "Formen" gemeint ist. Sind es werkimmanente Formen oder die zahllosen inszenatorischen Zurüstungen, die eigentlich nur noch die Frage aufwerfen, warum wir hier in Bonn nicht längst eine Beethovenkugel erfunden haben, wenn das denn eine Erfindung sein sollte. Also was bleibt denn von Beethoven, Kunst und Eigensinn übrig, wenn der Betrieb entscheidet?

Goedart Palm

P.S.: "Oskar Negt und ich definieren die Revolution mit dem Wort „Eigensinn“. Es gibt einen im Menschen eingebauten Widerstand, etwas, das nicht gehorcht." (Alexander Kluge). Die Aufführungspraxis im Falle Beethovens kann diesen Anspruch nicht erheben. Es wäre zu verfolgen, ob Beethoven heute noch revolutionäre Einflüsse auf die Kompositionskunst nachgesagt werden könnten. Sonst wäre Eigensinn im Falle Beethovens nur noch als geschichtliches Phänomen zu beschreiben, das uns aktuell weder psychoästhetisch noch -politisch viel sagt. Wer zu häufig "Eigensinn" apostrophiert, dem könnte er fehlen.

Peter Sloterdijk Zeilen und Tage Notizen 2008-2011

Gerade, als ich hierüber einen Mini-Text verfassen will, sehe ich einen Schmetterling, ein Pfauenauge, auf der großen weißen Hauswand. Das wäre auch eine Metapher. Jedenfalls gibt es zahlreiche gute Gründe, diese Gelegenheitstexte zu lesen, weil Peter Sloterdijk (bei geringer Bereitschaft des Lesers) hier wie anderenorts immer nachvollziehbar denkt und daher seriöser ist, als es einige Leute bereit wären zuzugeben. Die zentrale Schwachstelle: Ein Elitismus, der rhetorisch danach zu befragen wäre, ob hieraus Programme für Gesellschaften resultieren könnten/sollten. Empfindlich ist er, Kritik hat er nicht gern. Dabei spielt die mehr oder weniger große Autorität des Gegenübers keine große Rolle, wenn er sowohl größere Teile der Internetgemeinde perhorresziert als auch anlässlich der Kontroverse mit Jürgen Habermas mit einigem Furor agierte (Zu Stilfragen vgl. Manfred Frank). Axel Honneths Angriff auf ihn führt zu der "Zumutung ..., sich durch zwei endlose Seiten von ansteckender Talentlosigkeit zu schleppen". Honneths Text hat mit den Ansprüchen eines herrschaftsfreien Verständigungsdiskurses in der Tat nicht viel gemein. Ob es nun an Talentlosigkeit liegt, vermögen wir nicht zu beurteilen, wenngleich auf jener berüchtigten Lese-Insel im allerruhigsten Pazifik die Gesamtausgabe Sloterdijks erheblich erkenntnisträchtiger und inspirierender erschiene als jene Honneths. In den "Zeilen" entsteht aber durchgehend der Eindruck, dass vor allem solche Sloterdijk-Leser gelitten sind, die den Meister richtig erfassen, was dann auf Assistenzlektüren hinausläuft. Schulterklopfer mag er allerdings auch nicht. Es ist das Drama nicht nur Peter Sloterdijks, dass auf seinem Niveau die Zahl der Mitspieler überschaubar bleibt, was selbst der Selektionsvorteil seines philosophischen Quartetts nicht sonderlich veränderte. Zuletzt bleibt nur der Monolog als Redeform, in der vagen Hoffnung Zarathustras, dass es Nachgeborene geben möge, die einen verstehen.

Goedart Palm

9/08/2012

Beethoven 2012

Warum schafft Bonn das nicht?

Dass die Bonner Fußgängerzone den Fußgängern vorbehalten ist, vermag ich längst nicht mehr zu glauben. Gute Initiative in Berlin-Charlottenburg >>

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