Die Geburt des Alien
Doch wer oder was ist Michael wirklich? Der "King of Pop" hat sich längst bis zur Unkenntlichkeit in eine virtuell androgyne Figur verwandelt. Besaß er zuvor schwarze Haut und hatte ein markantes Gesicht, hat er nun weiße Haut und das Gesicht einer daliesk zerlaufenden Schinken-Plastik. War Jacko zuvor unschwer als Mann zu erkennen, sieht er inzwischen seinen Schwestern ähnlicher, als es die Gene zulassen dürften.
Zu Aliens, Extra-terrestrials, Vampiren oder "Freaks", wie sie etwa der Filmemacher Tod Browning darstellte, fühlte sich Michael immer hingezogen, weil sich in ihnen das offene Geheimnis seines Andersseins spiegelt. Affe "Bubbles" soll einer seiner Bettgenossen gewesen sein. So erwarb Jackson angeblich das Skelett von Joseph Merrick des "Elefantenmenschen", jenes unfreiwilligen Schaustellers von Körperabnormitäten, der als hinlänglicher Beweis gelten darf, dass "Ich ein Anderer ist" (J.Lacan). Zwar dürfte die Story des Knochenkaufs falsch sein, aber die Deformation als Lebensschicksal stiftet eine unheimliche Bruderschaft zwischen den beiden. Marilyn Manson ist auch ein solcher travestischer Normflüchtling, der seinem Schicksal als "all american boy" weglaufen will.
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6/29/2009
6/19/2009
Medienkompetenz und Youtube
"Youtube verblödet". Das Gute, Wahre und Schöne verschwindet endgültig. Kulturindustrie und Entfremdung. Menschen müssen gegenüber den zahlreichen medialen Formen des Internet eine neue Kompetenz ausbilden. Wir kennen dieses Gerede, wir kennen die Symposien und Gesprächskreise zu Neuen Medien. Wir kennen die folgenlosen Papiere zur Medienethik. Und vor allem kennen wir die Krokodilstränen der Medienwächter. Würde die Rede von der Medienkompetenz ernst genommen, würde tatsächlich ein Kampf der Kulturen stattfinden, dann fragen wir uns, warum dieser Kampf von den Statthaltern des Guten, Wahren und Schönen nicht geführt wird, nein, nicht einmal kleine Scharmützel riskieren die meisten. Die Selbstversicherung des je eigenen Kultur- und Medienbegriffs sind die Maßnahmen dieses Schutzes der Kulturgüter. Das Abendland bleibt also weiter gefährdet... Dabei würde sich die Kraft der eigenen Kultur oder wenigstens der eigenen Medienkompetenz doch leicht demonstrierten lassen: Warum haben die Kulturministerien keine Medien-KSK, keine Kreativzirkel oder sonst ein Gremium, wo doch für alles Gremien unterhalten werden, um sich dem "clash" der diversen Kulturen zu stellen? Gerade "Youtube" eröffnet großartige Möglichkeiten, die eigene Kultur auf ihre Strahlkraft anzutesten. Hier sind viele medialen Strategien denkbar, die wiederum den eigenen Kulturbegriff formalisieren würden, um die kreative Kraft zu beweisen, die man sich doch ohnehin bescheinigt. Der Untergang bestimmter Kulturen ist auf die mangelhafte Kreativität und Produktivität ihrer Wahrer mindestens ebenso zurückzuführen wie auch den angeblich defizitären Geschmack der kulturellen "loser" und so fort.
Goedart Palm
Goedart Palm
6/12/2009
Warum ist nicht alles schon verschwunden?
Die Frage von Jean Baudrillard "Warum ist nicht alles schon verschwunden?" wäre nur aufrichtig, wenn der Fragesteller paradox bescheinigte, dass alles - auch er selbst - bereits verschwunden ist. Geht es uns nicht oft so, dass wir eine Katastrophe imaginieren, die uns verschwinden lässt. Existieren heißt den Modus des Verschwindens immer wieder zu denken, davon handelt das "Hagakure" als Kraft des Kriegers. Bushido, ich werde so kämpfen, als wäre ich bereits verschwunden. Reale Gespenster...
Goedart Palm
Goedart Palm
6/11/2009
6/08/2009
Bedeutungslosigkeit
Man verabschiedete ihn, niemand würde ihn erinnern. Die Akten schweigen. Das war das Ideal, das Arno Schmidt formulierte. Goethe, Schiller, sie werden das Purgartorio nicht so schnell verlasssen. Die Heroen des gegenwärtigen oder vergangenen Diesseits müssen warten und zahlen für den Ruhm. Auch das ist Gerechtigkeit, wie Schmidt gut erkannte. Je, nun ist er selbst in diesen Erfolg verstrickt...
Goedart Palm
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