12/23/2012

Wie gedruckt wird die Zukunft sein?


Das Dilemma nicht nur des General-Anzeigers ist der fatale Kampf um Aufmerksamkeit in schlechten Zeiten für treue Leserschaften. Einerseits produziert man (moderate) Betroffenheiten, andererseits will man es sich auch mit niemandem direkt verderben. Diese publizierte Stimmung, die längst keine öffentliche im klassischen Sinne ist, ist vielleicht zu oft gefährdet, als Beliebigkeitsjournalismus wahrgenommen zu werden. Und das konterkariert auch nicht die WCCB-Berichterstattung, deren fiese Details Staatsanwaltschaften ja wichtig erscheinen mögen, deren Dauerregen auf die Leserschaft aber viel zu intensiv ist. Ohnehin sollten Fakten nicht die Analyse überschatten – wie etwa im Fall von Trudel Ulmen. Die Beschwörung der Monstrosität des Täters ist ein so abgegriffener Gestus und die Veröffentlichung eines Briefs aus der JVA im Blick auf das Persönlichkeitsrecht des Täters bereits grenzwertig.

Fazit: So erscheint das journalistische Ethos des GA - abgesehen von dem üblichen Lokalkram, der wahrscheinlich unabdingbar ist (so wenig man ihn oft lesen möchte) - als eine Beschwörung des eigenen investigativen Journalismus mit der existenziellen Selbstaussage: Sehr nur her, wenn wir nicht gewesen wären … Ob das für das Wohlergehen des GA reicht dürfte aber weniger aufklärungsbedürftig sein als die allgemeine Frage, ob gedruckte Lokalnachrichten überhaupt irgendeine Zukunft haben…

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